Wie die Technik nach Warnemünde kam – Sonderausstellung im Heimatmuseum Warnemünde
30.06.2016 bis 15.06.2017
sa-2016

Die Fliegerkneipe Tante Paula, an deren Stelle sich bis zur Wende Am Strom 101 in Warnemünde eine gleichnamige HO-Gaststätte befunden hat, war in den 1930er Jahren auch das Stammlokal bekannter Schauspieler. Unter ihnen Hans Albers, der sich anlässlich seines Aufenthalts in Warnemünde während der Dreharbeiten zu dem Film ,F.P. I antwortet nicht“ im Gästebuch von Tante Paula alias Paula Waack verewigt hat. Das Büchlein, heute im Besitz des Archivs der Deutschen Lufthansa AG in Frankfurt/M., können Besucher in Augenschein nehmen.
Dort hören und sehen sie auch, was Hans Albers und seine teils berühmten Schauspielkollegen wie Conrad Veidt und Peter Lorre im September 1932 zu Papier gebracht haben.
Die Besucher der Exposition, die allesamt mitgenommen werden auf eine spannende Zeitreise, erfahren auch vom erstmaligen Einlaufen eines Dampfschiffes 1834 in den Strom und von der Skepsis der Warnemünder, die angesichts des feuerspeienden Ungeheuers Sorge um ihre reetgedeckten Häuser hatten. Es folgte die Dampflokomotive, mit deren Einsatz die Zahl der Badegäste sprunghaft in die Höhe schnellte und die dafür sorgte, dass sich das Leben in Warnemünde und der Ort selbst veränderten.
Für Aufregung sorgte im Oktober 1902 im damaligen Hotel Wöhlert, dem bisherigen Haus des Sports, die erste öffentliche Filmvorführung.
Die neue Sonderausstellung hält ausserdem zahlreiche interessante Objekte, Fotos und Videos bereit, die aus der Zeit zwischen 1830 und 1930 stammen und einmalig sein dürften. Dazu zählen Fotoserien zum Bau des Fährhafens zwischen 1901 und 1903 und des Marineflugplatzes. Besucher lernen einige Protagonisten wie Arthur Neumann kennen, der Badegästen in seiner Junkers F13 Warnemünde und die Ostsee von hoch oben zeigte. Sie machen Bekanntschaft mit Robert Förster, dem Fluglehrer der Deutschen Verkehrsfliegerschule auf Hohe Düne. Dieser berichtet von Erlebnissen während des Jahrhundertwinters 1928/29.

 


 

unsere bisherigen Sonderausstellungen:

  • 2005 – Dachsvertreiber, Kantenschinder und Bärendreck – Einblicke in das Warnemünder Handwerk von 1867 bis 1945
  • 2006 – Von der Wiege bis zur Bahre – Sitten, Bräuche, Lebensläufe (Rituale bei Geburt, Taufe, Hochzeit und Tod)
  • 2008 – Een Hüsung för uns Museum – 75 Jahre im alten Fischerhaus
  • 2009 – Alles hat seine Zeit – Zur Geschichte der Zeitmessung im ländlichen Raum
  • 2010 – Von Goldpött, engelsche Hunn´ und olle Töllers – vom Seemannsmitbringsel bis zur Importkeramik im 18./19. Jahrhundert
  • 2011 – Hamsterfahren, Klavierkonzerte und ein Hauch von Papyrossi – Erinnerungen an die Nachkriegszeit in Warnemünde von 1945 bis 1950
  • 2013 – Un hei wir ok gaud! – Zum 100. Todestag des Lotsenkommandeurs Stephan Jantzen
  • 2014 – 100 Jahre sammeln, bewahren, ausstellen – alles zur 100-jährigen Geschichte der Sammlung
  • 2015 – Auf allen sieben Meeren – Warnemünder Kapitäne im 19. Jahrhundert